4 Dinge von denen du dich auf Reisen verabschieden wirst

1. Kontrolle

 

Ja, ich gebe es zu, früher hatte ich gerne alles unter Kontrolle. Das Gefühl, den Ausgang einer Sache nicht kontrollieren zu können, kann einem schon einmal Stress machen. Doch, ob du willst oder nicht, dass Reisen gewöhnt dir auf kurz oder lang den Kontrollzwang ab und das ist auch gut so. Selbst wenn du wolltest, es ist schlichtweg unmöglich, bei einer Reise alles bis ins kleinste Detail zu planen.

 

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Am Ende wirst du dich immer irgendeiner unbekannten Situation ausgesetzt sehen. Es werden Dinge passieren, die du nicht vorhersehen kannst. Du wirst Hilfe von Menschen brauchen, die nicht deine Sprache sprechen oder in Bussen sitzen, die einfach an deiner Haltestelle vorbei fahren, du wirst dich gnadenlos verlaufen und doch irgendwie nach Hause finden. Du wirst dich in unerwartet angenehmen und weniger angenehmen Situationen wiederfinden, aber das Wichtige bei all dem ist, dass du am Ende feststellst, dass du mit all diesen unerwarteten Situationen umgehen konntest. Und allein das Wissen, auch mit Dingen umgehen zu können, auf die du nicht vorbereitet warst, macht es plötzlich leichter loszulassen und nicht immer alles kontrollieren zu müssen, denn jetzt weißt du ja, dass die Welt nicht untergeht, wenn mal etwas nicht in deiner Hand liegt.

Diesen Stress los zu sein, ist unglaublich entspannend. Der Effekt verstärkt sich noch ungemein, wenn du alleine reist. Denn dann bist du ganz auf dich gestellt, niemand der dir hilft eine unerwartete Situation zu meistern, niemand dem du die Verantwortung abgeben kannst. Und glaub mir, es ist ein sehr gutes Gefühl zu wissen, dass man es auch ganz alleine schaffen kann.

 

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2. Der Zukunft

Wenn das Abgeben von Kontrolle schon gruselig für dich klang, wirst du dir jetzt bestimmt denken: ich soll mich von der Zukunft trennen, hat die jetzt völlig den Verstand verloren? Nein hab ich nicht.

Aber Reisen macht es dir unglaublich einfach ganz im Moment zu sein und nicht mit deinen Gedanken in der Zukunft festzustecken oder das Jetzt zu verpassen. Dein Gehirn ist sozusagen zu sehr damit beschäftigt all die neuen Eindrücke zu verarbeiten, in einer anderen Sprache zu kommunizieren, sich kleinen und großen Herausforderungen zu stellen, unbeschreiblich schöne Landschaften zu genießen oder sich durch fremde Speisekarten zu probieren. Da bleibt oft schlichtweg keine Zeit, auch noch über die Zukunft zu grübeln.

 

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Wenn wir auf Reisen sind, achten wir oft viel mehr auf unsere Umgebung, schenken Details wieder Aufmerksamkeit, die wir zu Hause gekonnt missachten. Also präg dir das Glücksgefühl ganz im Moment zu sein gut ein , damit du auch daheim weniger Zeit in der Vergangenheit oder der Zukunft verbringst.

 

3. Angst

Jeder von uns ist anders, hat andere Ängste, reist auf eine andere Art und Weise. Daher daher lernt auch jeder auf Reisen etwas unterschiedliches. Aber hier einmal ein paar typische Ängste von Alleinreisenden, die in der Regel schnell geheilt werden.

Wer das erste Mal alleine unterwegs ist, hat Angst sich in der fremden Umgebung nicht zurecht zu finden, möglichen Herausforderungen nicht gewachsen zu sein, aber so oft stellen sich diese Ängste als unbegründet heraus und du meisterst selbst schwierige Situationen, auch wenn dich das vielleicht den letzten Nerv gekostet hat. Das Wissen, Dinge auch ganz alleine meisten zu können, stärkt in jedem Fall dein Selbstvertrauen ungemein und du traust dir in Zukunft viel mehr zu.

 

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Ich konnte immer schon gut mit mir alleine, aber ich kenne viele, die genau davor besonders Angst haben und deshalb auch davor alleine zu reisen. Zum einen denke ich, dass jeder irgendwann lernen sollte seine eigene Gesellschaft zu genießen und alleine auf Reisen zu gehen, kann doch ein wunderbarer Anfang dafür sein.

Alleine zu reisen, hat den großen Luxus, dass du selbst entscheiden kannst, wann du gerne alleine wärst und wann in Gesellschaft.

Wer alleine reist, verliert außerdem die Angst auf andere zuzugehen, denn wenn du nicht die ganze Reise über immer allein sein möchtest, bist du gezwungen, mit anderen ins Gespräch zu kommen. Über die Zeit habe ich so viele Menschen auf Reisen kennengelernt, an so vielen verschiedenen Orten, dass ich schon fast sagen würde, es gibt kaum einen Ort an dem du niemanden kennen lernen kannst.

 

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4. Das Bedürfnis viel zu besitzen

Je mehr und je länger du reist, desto mehr verabschiedest du dich automatisch von dem Wunsch viel zu besitzen oder viel zu kaufen.

Ok, mein Kleiderschrank ist immer noch gut gefüllt, aber so viele Neuanschaffungen, wie früher findest du schon lange nicht mehr darin. Vor meiner ersten langen Reise dachte ich „Oh Gott, ein einziger Koffer wird nie im Leben für 2 Monate reichen!“. Als ich wieder zu Hause war, hab ich nur in meinen überfüllten Schrank geschaut und mich gefragt, wofür brauche ich den ganzen Kram eigentlich? Er hat mir die letzten Monate schließlich auch nicht gefehlt.

 

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Mit der Zeit lernst du auf Reisen, welche Dinge dir wirklich wichtig sind und auf welche du verzichten kannst.

Ein weiterer riesiger Vorteil von weniger Dingen: du sparst richtig viel Zeit. Du verbringst weniger Zeit mit aufräumen, schließlich gibt es nicht mehr so viele Dinge, die du überhaupt aufräumen kannst. Auch die „Was zieh ich heute an“ Frage, ist umso schneller beantwortet, umso weniger Kleidung du hast. Und noch ein Vorteil, wenn du weniger kaufst, sparst du automatisch Geld, was du gut in deine nächste Reise investieren kannst.

Von welchen Dingen hast du dich auf Reisen verabschiedet?

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