Frühe Morgenstunden in fremden Städten

Streifzüge durch eine müde Stadt am frühen Morgen. Leere Straßen, die Überreste der Party vom Samstagabend, Obdachlose schlafen in den Eingängen der Luxusläden.
Frühe Morgenstunden in fremden Städten, die Luft erwartungsschwanger und voller Möglichkeiten.

Dieser Moment, wenn der Tag noch nicht wach ist, hat Nichts und doch Alles, ein Tanz aus Anmut und Hässlichkeit und in seiner Unvollkommenheit perfekt. Mal ertrinken die Straßen im Regen, dann wieder streicht der Sonnenaufgang die Fassaden der Häuser in ein warmes Licht.

 

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Nicht jeder Morgen ist schön, aber vielleicht ist es genau das, was wir manchmal brauchen, einen Haufen unperfekter Momente, die uns die Möglichkeit geben zu erkennen, dass Schönheit nicht Perfektion ist, sondern unser Blick auf die Dinge, das, was wir aus dem Moment machen.

Neulich mache ich mich in Valencia früh morgens auf den Weg zum Busbahnhof. Es gewittert und regnet in Strömen, ich jogge mit meinem Koffer durch die Straßen, natürlich ohne Schirm. Das Licht der Ampeln spiegelt sich in den Pfützen und der Regen treibt mich in ein uriges spanisches Café. Nur die alten Omas und Opas sind bereits wach und sitzen beim Frühstück. Während  ich für 2 Euro Milchkaffee schlürfe und meine tostadas con tomate verspeise, wäre es so einfach mich über die nassen Klamotten aufzuregen oder über das triste Grau zu beschweren, will ich aber nicht.

Ein Sonntagmorgen ist verletzlich, verschlafen, verwirrt, ehrlich und voller Möglichkeiten, alles kann werden, alles kann sein. Ein Moment, der ganz dir gehört.

 

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In manchen Städten steht die Zeit in diesen Stunden still. Nichts erinnert in der Früh an die Menschenmassen, die sich nur wenig später durch Madrids Straßen tragen. Ich trinke einen Kaffee in einer kleinen Bar, als wäre das hier ein Dorf.

Auf Koh Lanta schläft selbst das Meer um diese Zeit noch, keine Welle verirrt sich an den Strand.

Der Kater am Morgen danach grüßt in Form von Plastikbechern und Zigaretten in den Partygassen von Lissabon und  Valencia hat sich noch nicht für die Touristen schick gemacht, hier führen Hunde ihre müden Besitzer Gassi.

Die schönsten Sonntagmorgende sind die am Strand, wenn da noch keiner ist oder auf dem Jakobsweg, wenn der Sonnnaufgang in den Bergen den Himmel anmalt und und und ..Ich liebe meine Sonntagmorgenmomente.

Also stell dir den Wecker nächsten Sonntag vielleicht mal ein bisschen früher und schau dir an, wie die Welt aussieht, wenn der Rest noch schläft.

 

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