7 Reiseberichte, die ihr gelesen haben müsst

Gute Bücher sind wie gute Reisen, sie hinterlassen bleibende Eindrücke, inspirieren, werfen Fragen auf und geben Antworten. Nichts ist leichter, als sich in ihnen zu verlieren und ganz im Moment zu sein.

Nicht selten führt mich einer meiner ersten Wege in einer fremden Stadt in eine Buchhandlung. Durch die Regale streifen, die Rückseiten von Buchdeckeln lesen oder in der hintersten Ecke der Second Hand Abteilung stöbern. Jede Buchhandlung ist wie ein kleines Stück zu Hause in der Fremde. Hier bleibt die Zeit für eine Weile stehen, während sich meine Gedanken in Geschichten verlieren. In meiner Tasche ist immer irgendein Buch, ob für die endlosen Subway- Fahrten durch New York oder um ein paar Zeilen in der Sonne auf der Parkbank zu lesen. Ein Buch und eine großer Becher Kaffee an einem verregneten Tag in einem gemütlichen Café, manchmal ist genau das der perfekte Moment.
Das schöne an Büchern ist, dass sie aus dem Nichts dein Interesse für etwas wecken können, dich neugierig machen, dich inspirieren und motivieren.

Hier ein paar  Reiseberichte, die auf jeden Fall in eure Tasche gehören:

 

Mut für zwei– Julia Malchow


Wir suchen einen Platz, an den wir passen, eine bestehende Gruppe, der wir uns anschließen können. Doch was ist, wenn wir das Gefühl haben, nirgendwo so richtig rein zu passen? So geht es der Autorin von „Mut für zwei“, die sich in vielen konventionellen Ansichten bezüglich Kindererziehung irgendwie fehl am Platz fühlt. Für Julia Malchow ist Reisen wie eine Art Suche nach Antworten. Mir geht es oft ähnlich, denn Reisen erleichtert es mir, Dinge aus einer neuen Perspektive zu betrachten und so Antworten auf Fragen zu finden.

Ein Buch über das Reisen und über die Suche nach dem eigenen Weg, dem Weg der zu einem passt. Alleine mit dem Zug von Russland nach Peking ist eigentlich schon Abenteuer genug, aber es wird noch zu einem viel größeren Abenteuer mit einem Kleinkind. Denn Julia Malchow begibt sich mit ihrem Sohn auf Reisen.

 

Eat, Pray, Love– Elizabeth Gilbert


Du kennst sie bestimmt auch, die Bücher, die man immer mal wieder aus dem Schrank zieht, um  ein paar Zeilen darin zu lesen. „Eat, pray, love“ ist eines dieser Bücher. Ich hab es vor Jahren gelesen und werfe immer mal wieder gerne einen Blick hinein. Der inzwischen erschienene Film war nie so wirklich meins, also lasst euch von dem Film nicht abschrecken und lest das Buch 😉

Es ist ein sehr persönliches, sehr ehrliches Buch, indem Elizabeth Gilbert von ihre Reisen nach Italien, Indien und Bali erzählt. Zwar sind dieser Orte wichtig, die autobiographische Geschichte, wird aber vor allem von den Erlebnissen der Autorin getragen und der Veränderung, die sie im Laufe der Zeit durchmacht.

 

Das große Los– Meike Winnemuth


12 Monate lang jeden Monat in einem anderen Land leben. Das hat Meike Winnemuth gemacht und wenn du das Buch gelesen hast, möchtest du am liebsten deine Sachen packen und genau das Gleiche tun. Sofort. So ging es mir zumindest, als ich dieses Buch auf einer langen Zugfahrt gelesen habe. Ein Gedanke aus dem Buch, der es geschafft hat in meinem Langzeitgedächtnis zu überleben, ist: Wenn man sich für eine Option entscheidet, heißt das nicht automatisch, dass wir uns gegen eine andere entscheiden. Ich mag diesen Gedanken sehr, wir lernen immer, dass wir uns entscheiden müssen „entweder… oder“, aber warum nicht beides? Das oder durch ein und zu ersetzen, ist viel häufiger möglich, als du denkst.

 

Journeyman– Fabian Sixtus Körner


Mehr als zwei Jahre reist Fabian Sixtus Körner durch die Welt und arbeitet für Unterkunft und Verpflegung. In dieser Zeit sammelt er viele interessante Geschichten und eines dieser Bücher, die du in wenigen Tagen ausgelesen haben wirst.

 

Wild – Der große Trip – Cheryl Strayed

 

Wenn wir einen Menschen verlieren, der alles für uns ist, kann uns der Schmerz fast zerstören, auffressen und einen Menschen aus uns machen, den wir so nicht kannten. Nach dem Tod ihrer Mutter verliert Cheryl den Halt. Ihr Schmerz schreit nach Betäubung. Zuerst mit Sex, dann mit Drogen, schließlich die Scheidung von ihrem Mann. Sie weiß, so kann es nicht weiter gehen. Doch Cheryl begibt sich für einen Entzug nicht in eine Klinik, sondern macht sich auf den genau 4279 Kilometer langen Weg zurück zu sich selbst, auf den Pasific Crest Trail. Der Fernwanderweg im Westen der USA hat seine Anfangs- und Endpunkte an der Grenze zu Kanada und zu Mexiko. Auf ihrem Weg kämpft Cheryl nicht nur mit ihrem überdimensionalen, viel zu schweren Rucksack, sondern vor allem mit sich selbst. Normalerweise ziehe ich Bücher immer der Verfilmung vor, in diesem Fall würde ich jedoch eher den Film empfehlen. Bei den ernsten Themen trifft er den richtigen Ton, birgt aber auch den ein oder anderen Lacher durch die zuweilen selbstironischen Gedanken von Cheryl (gespielt von Reese Witherspoon) im Voice over. Nicht zu vergessen, die atemberaubenden Landschaftsaufnahmen.

 

The Longest Way – Christoph Rehage

 

Soweit die Beine tragen und wenn es nach Christoph geht, am besten durch China, Vorderasien bis nach Deutschland. Ja, richtig verstanden, alles zu Fuß und mit 30 Kilo Gepäck. So viel sei verraten, ganz bis ans Ziel schafft er es nicht, was seinen Reisebericht aber kein bisschen weniger lesenswert macht. Beim Lesen bemerke ich, ich weiß viel über China und doch so gar nichts. Ich habe das Gefühl, Christoph nimmt mich mit auf eine Reise, abseits von dem was wir sonst meistens in den Medien über China sehen. Es sind die vielen kleinen persönlichen Geschichten, die dieses Buch besonders machen. Christoph spricht übrigens Mandarin, was ihm immer wieder interessante Begegnungen ermöglicht. Offen und frei heraus erzählt er über sich und seine Reise und gibt dabei auch viel Persönliches preis. Denn es ist nicht sein schweres Gepäck, dass ihn immer mal wieder vom Weg abbringt, sondern seine on- off Liebesgeschichte zu einer Chinesin.

 

Couchsurfing im Iran – Stephan Orth

 

Wer aus dem Wohnzimmer anderer Leute berichtet, hat meist viel zu erzählen. Wer aus Wohnzimmern berichtet, dessen Türen normalerweise fest verschlossen sind, hat noch viel mehr zu erzählen, von unerwartet über skurril bis nachdenklich oder zum schmunzeln hat Stephan Ort alles erlebt. Er reist durch den Iran, doch anstatt Hotels zu buchen, übernachtet der passionierte Couchsurfer bei Menschen, die er gar nicht kennt. Dabei ist Couchsurfen im Iran eigentlich verboten. Menschen sagen mehr über ein Land als Sehenswürdigkeiten, seine Politik oder irgendwelche Statistiken, deshalb lässt man sich auch gerne von Stephan in iranische Wohnzimmer entführen und lernt Kultur, Land und Leute auf eine ganz neue Art und Weise kennen. Gerne begleitet man ihn auf seiner Reise, immer neugierig auf die nächste Geschichte. Nur hin und wieder, würde man gerne mehr in den Kopf des Autors schauen, mehr wissen was er denkt und nicht nur was er erlebt.

Was sind eure Buchtipps oder Lieblingsbücher Reisebücher?

4 Comments

  • Tatiana sagt:

    …hihi, Eat Pray Love, habe ich auch noch auf meinem Riesenstapel namens „Bücher, die ich noch unbedingt lesen muss“ liegen 😉
    „Das große Los“ habe ich schon durch, danach kriegt man richtig Lust aufs Herumreisen – und vor allem, auch mal länger an einem Ort zu bleiben, als nur ein paar Tage. Diesen Zeitraum von einem Monat fand ich perfekt, vielleicht gelingt mir ja mal ein ähnliches Projekt.
    Liebe Grüße,
    Tatiana

  • Claudia sagt:

    genauso ging es mir auch als ich „Das große Los“ gelesen habe. Ein bis zwei Monate an einem Ort und dann weiterziehen, dass steht auf jeden Fall auch noch auf meiner to do Liste!

    Liebe Grüße

    Claudia

  • Madlien sagt:

    Hast du die Fortsetzung von „Eat Pray Love“ gelesen? „Committed“! Auch ein wirklich tolles Buch! Es geht zwar primär darum, wie Liz sich mit dem Gedanken der Ehe auseinandersetzt aber hat an sich schon sehr, sehr viel mit ihrem tollen Wesen zu tun. Kann ich nur empfehlen.

  • Claudia sagt:

    Hi Madlien,

    Ja, „committed“ hab ich auch gelesen und mir hat es sehr gefallen! Ich hab Elizabeth Gilbert mal auf einer Lesung in Tübingen getroffen, wirklich tolle Frau! Ihr neustes Buch „Das Wesen der Dinge und der Liebe“ hab ich angefangen, aber irgendwie komme ich da bisher nicht so gut rein, wie bei ihren anderen Büchern. Hast du das Buch gelesen?
    Ich hab gerade auf deinem Instagram Account die Bilder von Lissabon und Sintra entdeckt. Eine Schande, dass es hier keine Pasteis De Nata zu kaufen gibt, die waren sooo lecker!

    Viele Grüße

    Claudi

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