Sechs Bushaltestellen auf Teneriffa…

 

... oder warum du durch die Insel reisen solltest, anstatt an einem Ort zu bleiben.

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Surferparadies, Studentenstadt, Marslandschaft, Tourihochburg, schwarze Strände, fantastische Wanderwege, Häuser im Kolonialstil und das ganze Jahr über schönes Wetter. All das findest du auf Teneriffa.

Also warum an einem Ort bleiben, wenn es so viel zu sehen gibt? Die Insel ist überschaubar, du kannst also gut mit dem Bus von Stadt zu Stadt fahren.

Nur aufpassen, dass du deine Haltestelle nicht verpasst, die wird im Bus nämlich nicht angezeigt und es wird auch nicht an jeder Haltestelle tatsächlich gehalten. Also lieber den Fahrer fragen, wo du aussteigen musst. Eine praktische App mit allen Buslinien und Abfahrtszeiten ist GuaguApp.

Als Alleinreisende habe ich auf Teneriffa sowohl gute als auch schlechte Erfahrungen gemacht. Die Menschen hier sind sehr offen und man kommt schnell ins Gespräch. Ich habe sehr herzliche Menschen getroffen, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Auf einer Busfahrt wurde ich von einem spanischen Rentnerehepaar am laufenden Band mit Kinderschokolade versorgt. Ich habe in einem Restaurant ein Essen umsonst bekommen und in einem Hotel übernachtet, in dem mir der Inhaber direkt das Gefühl gegeben hat zu Hause zu sein. Aber ich bin auch dem ein oder anderen zu aufdringlichen Mann begegnet, was aber nicht typisch für Teneriffa ist, sondern manchen scheinen die Worte Grenzen und Respekt eher weniger geläufig als anderen.

 

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Ich war 9 Tage auf Teneriffa, bin in Puerto de la Cruz gestartet von da nach La Orotava, weiter nach La Laguna, Santa Cruz und El Médano und den Teide Nationalpark natürlich nicht zu vergessen. Die extreme Region der Pauschaltouristen im Süden, wie Playa las Américas habe ich ausgelassen.

Auf Teneriffa findest du den drittgrößten Inselvulkan der Welt, den Teide, der auch gleichzeitig der größte Berg Spaniens ist. Der Vulkan prägt die Insellandschaft stark und an den Anblick schwarzer Strände musste ich mich erst kurz gewöhnen. Weißen Sandstrand gibt es zwar auch, aber der ist künstlich aufgeschüttet.

 

Puerto de la Cruz

Von der Stadt hat man eine tolle Aussicht auf die Spitze des Teide. An einem der Stadtstrände (z.B Playa Jardin) kannst du wunderbar entspannen und am Abend durch die Straßen mit ihren bunten Häusern und ihren typisch Holzbalkonen im Kolonialstil wandern.

Der botanische Garten ist wunderschön . Hier gibt es auch ein kleines Café. Dank der erhöhten Lage des Gartens hast du gleichzeitig einen tollen Ausblick auf die Stadt.

Von den Orten, in denen ich war, war Puerto de la Cruz der touristischste. Das merkst du auch schnell an den Preisunterschieden. Ein kleines Bier (caña) in einer Bar mit den Einheimischen zahlst du ca. 1-1.50 Euro, in einer Bar in die es hauptsächlich Touristen zieht, kostet es dann eher 2.50 Euro.

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La Orotava

Die Stadt hangelt sich am Fuß des Teide hoch und liegt nicht direkt am Meer. Aber von hier aus hast du eine tolle Aussicht auf das tiefer gelegene Puerto de la Cruz und das Meer. Die Altstadt ist architektonisch wirklich sehr schön und beinhaltet auch ein kleines Sportprogramm, denn die Straßen gehen ständig rauf und runter.

 

La Laguna

Auch diese Stadt liegt nicht am Meer und ist auch wahrscheinlich deshalb wesentlich weniger touristisch, aber für mich eine der schönsten Städte. La Laguna ist eine Studentenstadt, dementsprechend findest du hier viele junge Leute, gemütliche Plätze mit vielen Bars und Restaurants und individuelle Geschäfte, in denen man gerne stöbert.

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Hier habe ich eine Nacht in der Casa la Posada verbracht, einem der schönsten Hotels, in dem ich seit Langem war. Obwohl Hotel schon fast das falsche Wort ist. Es gibt glaube ich nur 4 oder 5 Zimmer. Der Besitzer lässt mich als Erstes wissen, dass sein Haus auch meins ist und ich mich fühlen soll wie zu Hause. Und tatsächlich, es fühlt sich wesentlich mehr nach zu Hause als nach Hotel an. Es gibt eine kleine Bibliothek, eine wunderschöne große Küche, in der du dir auch jederzeit Tee oder Kaffee machen kannst, einen gemütlichen Innenhof und auf dem Dach kannst du dich Sonnen. Gefrühstückt wird gemeinsam mit den anderen Gästen an einem großen Tisch.

 

Santa Cruz

Machen wir es kurz und schmerzlos, die Hauptstadt der Insel hat mich nicht wirklich begeistert. Aber von hier aus bist du in 10 Minuten mit dem Bus am Strand „las Teresitas“. Der Strand ist riesig und wirklich schön. Hier steht kein einziges Hotel, also nur Palmen, Meer, weißer Sandstrand und die Berge im Rücken.

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El Médano

Die Stadt selbst liegt nur ca. 10 Minuten vom Flughafen Süd entfernt. Sie ist klein und hat nicht wirklich viel zu bieten, aber für Windsurfer ist die Stadt absolut perfekt, denn hier pfeift dir fast immer ein starker Wind um die Ohren, dementsprechend viele Surfer begegnen dir auch am Strand.

 

Teide Nationalpark

Die steinige Landschaft ist faszinierend, wirkt manchmal sogar etwas surreal. Es gibt Wanderwege auf denen du diese Wahnsinnslandschaft sozusagen für dich alleine hast, einfach läufst und läufst und das unbändige Gefühl von Freiheit genießt .

Aber wie wohl in vielen Nationalparks gibt es auch hier die typischen Sehenswürdigkeiten, an denen sich die Menschmassen tummeln. Du kannst auch mit der Seilbahn für 26 Euro fast bis auf die Spitze des Teide fahren. Für mich hat es sich nicht wirklich gelohnt, ich fand den tiefer gelegenen Teil des Parks schöner, aber das ist Geschmackssache.

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Essen und Trinken

Bier, Kaffee und Obst wie Bananen sind hier wirklich extrem preiswert. Die Preise für Essen und Tapas variieren hingegen stark. Auf jeden Fall probieren solltest du die für die Kanaren typischen „Papas arrugadas con Mojo“, das sind gebackene Kartoffeln die meist mit roter und grüner Mojo (Soße/Dip) gereicht werden.

 

Was sind deine Lieblingsorte auf Teneriffa?

1 Comment

  • gerardo sagt:

    Liebe Claudia,
    gerade habe ich deinen Artikel über Teneriffa entdeckt und gelesen. Da hast du wirklich sechs schöne „Bushaltestellen“ ausgesucht und schöne Bilder dazugefügt.
    Ich lebe selbst auf Teneriffa, in der Nähe von La Orotava, und weiss, dass es noch viel viel mehr Haltestellen gibt, an denen man aussteigen sollte. Und weil ich Teneriffa – natürlich – liebe, habe ich einen extra Blog darüber entworfen. Da gibt es alles kreuz und quer über die Insel zu entdecken.
    Leider kommt bei dir Santa Cruz nicht so gut weg. Dabei wirkt die Stadt nur auf den ersten Blick langweilig. Es gibt eine Menge zu entdecken, ausser den Stadtstrand, aber das finden die meisten Touristen halt nicht so schnell.
    Schau doch mal rein bei mir:
    https://mitenerifeblog.wordpress.com
    Vielleicht entdeckst du ja ein paar Haltestellen für den nächsten Urlaub.
    Eine kleine Bemerkung noch: papas arrugadas sind nicht gebackene Kartoffeln, sondern sie werden in Meerwasser gekocht, so lange, bis das Wasser ganz verdunstet ist. Dann bekommen sie Runzeln (arrugas). Natürlich sind es nicht irgendwelche Kartoffeln, sondern selbstverständlich nur die hiesigen Sorten. Davon gibt es viele, deshalb schmecken die papas arrugadas auch jedes Mal anders.
    Liebe Grüsse aus Teneriffa
    gerardo

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