Keep on walking – Ubud Reisebericht

Auf Ubuds Straßen  werde ich zur Tänzerin, denn die Bürgersteige gleichen einem Hindernislauf. Kleine Opferschälchen aus Bananenblattschalen, voller farbenfroher Blüten, Münzen und Reis, schmücken die Wege und von überall her weht der Duft von Räucherstäbchen.

 

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Ubud liegt im Landesinneren und gilt als Balis kulturelles Zentrum. Egal wohin der Weg führt, der nächste Hindu-Tempel ist nie weit. Kunstvolle Steinmetzarbeiten und Holzschnitzereien sind in den Tempeln allgegenwärtig. Auch in den ganz normalen Häusern fehlt es nicht an den mit Liebe zum Detail geschnitzten Türen und Fenstern. Kunst spielt in der gesamten Stadt eine große Rolle, denn Ubud beherbergt eine Vielzahl an Kunstgalerien und Ateliers mit typisch balinesischer Malerei oder bunten Holzmasken mit weit aufgerissenen hervorstehenden Augen und spitzen Zähnen, die oft den Barong darstellen, eine Figur aus der balinesischen Mythologie. Der Deutsche Maler Walter Spieß ließ sich Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts ebenfalls in Ubud nieder und ist hier auch heute noch sehr bekannt.

 

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Masken

 

Am Himmel türmen sich Wolken und dennoch hängt die Hitze wie immer schwer in der Luft. Nach kurzer Zeit lasse ich das Stadtzentrum Ubuds und das Summen der Motorroller hinter mir. Ein Hahn stolziert mit stolzgeschwellter Brust an mir vorbei, während ich mitten im dichtesten Grün einen rauschenden Fluss überquere. Hinter einem Tempel beginnt der Campuhan ridge walk. Eine Weile geht es stetig bergauf, links, rechts, überall dichtes Grün, bis die nächste Anhöhe den Blick auf einen einzigartig schönen Weg freigibt. Auf beiden Seiten fällt der Weg steil ab, eingerahmt von hohem Elefantengras und einem Wald aus Palmen auf der anderen Seite des Tals.

 

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Kaum eine Menschenseele hat sich hierher verirrt, nur der ein oder andere Wanderer und hin und wieder ein Bauer, der das Elefantengras zu Bündeln zusammenschnürt. Nach einer Weile verschwindet die freie Sicht wieder, der Weg führt an einzelnen Häusern vorbei und zwei Hunde folgen mir interessiert, verlieren aber schließlich die Lust und lassen mich zwischen den endlosen Reisfeldern alleine zurück. Jetzt hat sich die Sonne zwischen den Wolken hervorgekämpft und ich entscheide mich für eine kleine Pause im Schatten und eine frische Kokosnuss im einem „Warung“ auf dem Weg. Ein „Warung“ ist meist ein Imbiss oder ein kleiner Laden und in Bali so gut wie an jeder Ecke zu finden.

 

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Ubud ist eine farbenfrohe Stadt mit vielen Facetten. Ein bisschen scheint es, als sei sie auf Identitätssuche. Wer durch die Straßen wandelt, merkt schnell, dass sich die Stadt noch nicht entschieden hat, wer sie in Zukunft sein will. Billiger Ramsch unweit von hochpreisigen Marken-Shops, ein leckeres Mittagessen für kaum mehr als einen Euro, direkt neben dem Nobelrestaurant. Tradition und Moderne vermischen sich hier. Das Erstaunliche dabei, sie verweben sich zu neuen Mustern, ganz natürlich, als wäre das schon immer so gewesen. Es ist ein Miteinander und kein Gegeneinander. Bei einem Streifzug durch die Stadt grüßt mich jeder, als würde er mich schon ewig kennen und schenkt mir ein freundliches Lächeln. Manchmal einfach so, ein anderes Mal, um mich zu fragen, ob ich ein Taxi brauche oder, um mich zum Kauf eines Sarongs zu bewegen, einem typisch balinesischen Kleidungsstück, eine Art Rock

 

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Food

Cafe du Monyet in der Nähe des Monkey Forest. Das Cafe ist zu einer Seite hin offen und belohnt mit einem wunderschönen Blick auf die Reisfelder. Außerdem sitzt man hier ziemlich ruhig im Gegensatz zu vielen anderen Cafés, bei denen einem die Scooter ständig um die Ohren surren.

Seniman Coffee: Die Baristas verstehen hier wirklich etwas von gutem Kaffee!

PS.: Unbedingt auch mal die super günstigen Lokale ausprobieren, die oft wirklich super Essen servieren

 

Transport

Für Alleinreisende ist der Service von Perama praktisch und günstig. Die Busse des Anbieters fahren tägliche viele Ziele auf der ganzen Insel an. Abfahrt ist in der jeweiligen Stadt am Perama office. Sollte es das nicht geben, übernimmt meist eins der örtlichen Hotels diese Funktion. Für 15 000 Rupien, umgerechnet ca. 1 Euro, kannst du dich auch vom Hotel deiner Wahl abholen lassen. Die Fahrten waren alle in Ordnung, nur die Qualität der Busse war sehr unterschiedlich. Klimaanlage gab  es in allen, dafür konnte man sich aber nicht in allen Bussen anschnallen.

Neben Perama, gibt es auch den Kura Kura Bus, dieser fährt jedoch nur Destinationen im Süden der Insel an.

Du kannst dir auch einen Wagen mit Fahrer mieten, um an dein nächstes Ziel zu kommen, das lohnt sich gerade, wenn ihr mit mehreren Personen reist. Für Alleinreisende ist der Bus immer noch die günstigere Alternative oder du mietest dir einen Roller, wenn du dich im Verkehr auf Bali sicher fühlst.

 

Geschmackssache

Sehenswürdigkeiten, wie der Monkey- Forest, sind zwar eigentlich schön…. wenn, ja wenn da nicht die ganzen Touristen wären, die so ziemlich alles unternehmen, um ein Selfie mit einem Affen auf der Schulter zu schießen. Wer also nicht auf Menschenmassen und freche Affen steht, für den ist dieser Ort vermutlich kein Highlight.

 

Noch mehr über Bali findest du hier: Ultimate Guide to Bali und Dear Bali

 

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