Warum keinen Plan zu haben, oft der beste Plan ist

Siena

 

Ob auf Reisen oder in deinem Alltag einen Plan zu haben ist gut, keinen zu haben ist aber manchmal besser. Warum? Das erzähle ich dir in diesem Post.
Regeln & Pläne haben durchaus ihre Berechtigung, stehen uns aber auch manchmal unnötig im Weg und verhindern, dass wir uns dem zuwenden, was uns eigentlich interessiert.

Lass den Stadtplan zu Hause

Lass dich mal wieder von deiner Neugierde leiten. Hör auf dein Bauchgefühl und nicht auf deinen Reiseführer. Lass den Stadtplan zu Hause und google maps gleich mit.

Lass dich mal wieder von deiner Intuition und deiner Neugierde durch die Straßen einer fremden Stadt treiben. Bestimme selbst den Weg, auch wenn andere sagen „das musst du aber gesehen haben“. Erlebe einen Ort mit deinen eigenen Augen und nimm nicht blind das, was Andere dir als die beste Sicht verkaufen wollen.

 

unbekannte

 

Vielleicht weißt du gar nicht mehr, wie es ist, einfach drauf loszulaufen, ohne Plan, ohne Ziel, sich einfach davon leiten lassen, was unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Ich liebe es auf diese Weise Städte zu erkunden. Das Gute ist, du kannst dich nicht verlaufen, wenn du kein Ziel hast.
Neulich lief ich durch die hunderten Gassen und Straßen von Siena. Mal zog ein Geräusch, mal eine Aussicht, dann wieder ein altes Gebäude meine Aufmerksamkeit auf sich oder vielleicht einfach nur ein besonderes Zusammenspiel aus Licht und Schatten. So navigierte ich durch die Straßen getrieben von meiner Neugierde, von dem was mich wirklich fasziniert und nicht von dem, was mich laut Reiseführer faszinieren sollte.

 

 

Lass Neugierde die Stimme in deinem GPS sein

Für fast alle Bereiche unseres Lebens gibt es Pläne und Regeln und wir lernen früh, ihnen zu folgen. Und ohne Frage, sie sind nützlich sonst gäbe es sie nicht. Und doch vergessen wir oft die Balance zu halten, folgen fast blind diesen geschaffenen Konstrukten und verlernen auch mal unseren Kopf nach der Sinnhaftigkeit dieser Pläne zu befragen oder wir verlernen schlicht auf unsere Intuition zu hören, die es nicht selten besser weiß als unser Kopf und alle möglichen Pläne zusammen.

Und ja, manchmal fühlen wir uns vielleicht sogar verloren, so ohne Rahmen, der uns vorgibt, wie wir uns durch eine Situation zu navigieren haben. Wir sind es gewohnt, dass wir wissen wie Dinge funktionieren, gekonnt navigieren wir durch unsere Umwelt und immer dann, wenn wir uns plötzlich ganz unerwartet auf Neuland bewegen, fühlen wir uns verloren, geraten vielleicht sogar in Panik.

 

 

Als Kinder betreten wir ständig Neuland, jeden Tag. Doch wir fühlen uns alles andere als verloren, im Gegenteil. Wir sind auf einem aufregenden Abenteuerspielplatz, wir vertrauen auf unsere Neugier, auf unsere Intuition, die wird das Ding schon schaukeln. Wir finden schon heraus wie das geht. Als Kinder wissen wir nicht mal, was das Wort Selbstzweifel oder dumme Fragen stellen überhaupt bedeutet. Wenn wir nicht wissen wie was geht, dann fragen wir halt.

Als Erwachsene fürchten wir oft das Unbekannte und die Angst davor ist es, die uns davon abhält unser Leben so zu leben, wie wir es eigentlich gerne würden.

Stell dir mal vor, ein Kind hätte Angst vor dem Unbekannten. Ein Kind kann es sich schlichtweg nicht leisten, Angst vorm Unbekannten zu haben, denn im Grunde besteht sein ganzer Tag aus einem Haufen unbekannter Dinge.

Als Erwachsene hingegen glauben wir, wir könnten uns den Luxus erlauben, das Unbekannte zu meiden. Wir unterliegen der Illusion, wenn wir einmal groß sind, gäbe es nicht mehr wirklich was zu lernen, als würden wir einfach in unserer Entwicklung stehen bleiben, nur weil wir ein bestimmtes Alter erreicht haben.

 

 

Zwischen unserer Kindheit und heute hat sich das Unbekannte nicht verändert, nur unser Umgang damit und dadurch unser Bild vom Unbekannten.

Früher war das Unbekannte toll, heute hassen es viele.

Aber was wäre, wenn du mit dem Unbekannten wieder anders umgehst? Wenn du ihm voller Neugierde begegnest, wenn du lernst dein Bauchgefühl wieder wahrzunehmen und ihm mehr zu vertrauen, wenn du wieder begeistert Fragen stellst und nicht vorgibst, alles schon zu wissen? Wenn du das Unbekannte als einen Ort siehst, an dem man nicht scheitern kann, nur lernen?

Ja, manche Erwachsene werden dich ziemlich sicher dafür belächeln, aber im Grunde fehlt ihnen schlichtweg der Mut, es dir gleichzutun.

Wenn wir zu selten neugierig sind, vergessen wir manchmal tatsächlich kurz, wie es geht.

 

 

Hast du dich selbst während eines Gesprächs schon mal bei dem Gedanken erwischt „Gott ist das wieder langweilig“? Was nicht zwangsläufig daran liegt, dass dein Gegenüber langweilig ist, sondern viel mehr, dass wir so sehr an bestimmte Gesprächsstrukturen gewöhnt sind, dass wir sie praktisch in Endlosschleife durchlaufen und gar nicht mal den Versuch unternehmen, daraus auszubrechen.

Wir langweilen uns, weil wir die Antworten auf die Fragen, die uns gestellt werden schon in und auswendig kennen. Denn wir haben sie schon in unzähligen Gesprächen davor von uns gegeben. Wir denken nicht mal mehr darüber nach, was wir da von uns geben, ob es überhaupt noch aktuell ist, denn wir haben es doch über all die Zeit so schön eingeübt.

Denk mal kurz darüber nach: wann hat dir das letzte Mal jemand eine Frage gestellt, auf die du nicht sofort eine Antwort wusstest, bei der du wirklich mal überlegen musstest, wie du eigentlich dazu stehst?

Wir genießen Gespräche, viel mehr, die uns auf eine gewisse Art und Weise fordern, die uns zum Nachdenken bringen, die uns durch ihre spontane Ehrlichkeit berühren.

Probiere es mal aus, dich in deinen nächsten Gesprächen von deiner Neugierde leiten zu lassen. Was zieht deine Aufmerksamkeit auf dich? Folge ihr. Frag nach, bei dem was dich fasziniert und wirklich beschäftigt. Auch wenn das so gar nicht einem typischen Gesprächsverlauf entspricht. Denn echte Verbindungen entstehen nur durch echtes Interesse.

 

 

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2 Comments

  • Caro sagt:

    Hey Claudia,

    schöner Text, ich streunere auch am liebsten ziellos durch neue Städte und lasse mich einfach mal treiben 🙂

    Trotzdem lese ich mich vor jeder Reise am liebsten durch andere Blogartikel oder Reiseführer. Auch wenn ich die klassischen Sehenswürdigkeiten oft links liegen lasse und solche Empfehlungen für mich eher ein Vorschlag statt „Must Do/See“ sind, lasse ich mich da gerne inspirieren. Aber so oder so… Die besten Erinnerungen entstehen meist spontan und vollkommen ungeplant!

    Schöne Grüße,
    Caro

    • Claudia sagt:

      Hi Caro,
      Danke dir ! 🙂 Ich lasse mich vor Reisen auch gerne inspirieren, ob durch ein Buch oder ein Gespräch mit einem Freund. Inspiration ist immer gut 🙂
      Ich mache i.d.R nur nie einen festen Plan daraus, mehr eine grobe Idee, so dass der Zufall und die Neugierde immer noch genug Platz haben, mir Dinge zu zeigen, die ich gar nicht auf dem Schirm hatte.

      Liebe Grüße!

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