Warum unangenehme Aufgaben manchmal die Besten sind

 I am grateful to all those people who said no. It is because of them I did it myself.

– Wayne W. Dyer

Früher habe ich es oft als Luxus empfunden, wenn mir bestimmte Arbeiten einfach abgenommen wurden oder ich jemanden an meiner Seite hatte auf den ich im Notfall zurückgreifen konnte. Bis ich festgestellt habe, dass ich diesen Luxus gar nicht immer will. Dass es sogar etwas Gutes hat, wenn keiner da ist, um mir unbequeme Aufgaben abzunehmen oder ich vor der Wahl stehe, Dinge alleine oder gar nicht zu tun.

Die Entscheidung für meine erste Reise ganz alleine hat gefühlte Monate gedauert, weil meine Ängste immer wieder so nett waren mich darauf hinzuweisen, was doch alles schiefgehen könnte. Schließlich habe ich die Flüge trotzdem gebucht und den Rest der Reise seeehr ausführlich geplant. Heute frage ich mich, wovor ich eigentlich Angst hatte, denn ich liebe es, alleine zu reisen. Für mich ist es etwas ganz normales geworden und das Unbekannte, was mir früher Angst gemacht hat, ist inzwischen genau das, auf das ich mich freue. Kein übermäßiges Planen mehr, einfach mal sehen, was kommt.

Bei jedem ist es etwas anderes, an das er sich nicht herantraut oder es mit gekonnter Routine im Kalender unter „eines Tages werde ich…“ notiert. Manchmal sind es scheinbare Kleinigkeiten, zu denen der Mut fehlt und dann sind da noch die großen Dinge, die du immer wieder aufschiebst.

Zum Beispiel wenn..

  • du in Urlaub fahren willst, doch gerade hat keiner Zeit.
  • du unbedingt ein neuen Kurs besuchen möchtest, aber niemand Lust hat mitzukommen.
  • die Kollegin, die sonst die unangenehmen Anrufe erledigt, krank ist.
  • gerade keiner da ist, um mit dir zum Baumarkt zu fahren und dir zu helfen das Bücherregal aufzubauen.
  • Du verstehst eine dir übertragene Aufgabe nicht und niemand ist in Reichweite, um es dir zu erklären.

Die naheliegendste und einfachste Lösung: lass es einfach sein.

Selbstvertrauen

Das Bücherregal kannst du auch ein anderes Mal kaufen, die Anrufe können sicher noch warten, bis die Kollegin wieder da ist und der Urlaub lässt sich verschieben. Dann redest du dir schnell noch ein, dass du den Kurs ja gar nicht so dringend besuchen wolltest und es ist auch bestimmt nicht so schlimm, die Aufgabe nicht angemessen zu lösen, dir wird schon eine Ausrede einfallen.

Oder..

du sagst deiner Stimme im Kopf, die ständig ruft „lass es sein“, sie soll endlich die Klappe halten!

Du hast Angst etwas nicht zu schaffen? Du glaubst, dass es sehr schwer ist, Anschluss zu finden oder, dass du etwas alleine nicht meistern kannst? Wenn du am Ende tust, was du wolltest, trotz des unguten Gefühls, dann wirst du in den meisten Fällen sehen, dass du dich besser schlägst, als du angenommen hast.

Das Bücherregal alleine aufzubauen, hat dich vielleicht den letzten Nerv gekostet. Und auch das Lösen der Aufgabe wäre mit Hilfe vermutlich viel schneller gegangen, aber eventuell bist du in solchen Momenten plötzlich super stolz auf dich, dass du es alleine geschafft hast. Vielleicht auch nicht. Vielleicht bist du einfach nur genervt von der ganzen Anstrengung. Aber ein Effekt, der sich in Zukunft mit Sicherheit zeigen wird, ist, dass du weniger Angst vor neuen Herausforderungen hast, weniger Angst etwas nicht zu schaffen. Weil all diese kleinen genommenen Hürden, dass Vertrauen in dich selbst stärken, das Vertrauen, dass du es auch alleine schaffen kannst. Du wirst dir selbst und den Ängsten in deinem Kopf, ein ums andere Mal beweisen, dass sie unrecht hatten. Zum Beispiel wirst du das Alleinereisen vielleicht sehr genießen und dich fragen, wovor du eigentlich Angst hattest. Warum du nicht schon viel früher alleine losgezogen bist?

Ja , im Nachhinein bin ich dankbar für die Momente, in denen ich auf mich gestellt war. Denn Stück für Stück habe ich gelernt, immer mehr auf mich selbst zu vertrauen. Ich habe gelernt, dass ich die meisten Dinge viel besser meistere, als ich für möglich gehalten habe und irgendwann wirst du dich umsehen und feststellen, dass du dich in einer bestimmten Situation plötzlich nicht mehr unwohl fühlst und Dinge, vor denen du einmal Angst hattest, dir jetzt vielleicht sogar Spaß machen.

Mit jeder genommenen Herausforderung, mit jedem Mal, wo du dich selbst überwindest, scheint die nächste größere Herausforderung plötzlich ein bisschen kleiner und du verpasst nichts mehr, nur weil du glaubst, es nicht schaffen zu können.

 

Fang am besten gleich an! Denk an etwas, was du schon lange vor dir herschiebst und nimm es in Angriff.

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2 Comments

  • Sarah sagt:

    Hey Claudia,

    dieser Text trifft total auf mich zu.
    Es ist nicht immer einfach, etwas durchzuziehen was man sich vorgenommen hat.
    Sobald man aber damit angefangen und die Sache erledigt hat, geht es einem viel besser und man möchte direkt die nächste Sache in Angriff nehmen! 🙂

    Liebe Grüße,

    Sarah

  • Claudia sagt:

    Hi Sarah,

    ja, ich finde auch, dass oft die Entscheidung überhaupt anzufangen und etwas in Angriff zu nehmen mit die schwierigste ist. Aber hat man sich einmal überwunden anzufangen, hält man direkt schon nach der nächsten Herausvorderung Ausschau.

    Liebe Grüße!

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