Dear Zadar

 

wir treffen uns zum ersten Mal in einer warmen Juni Nacht. Die Sonne hängt am Himmel wie rosarote Zuckerwatte, die Feuer gefangen hat. Mit jeder Sekunde wird das Pink satter und klarer und die Sonne unendlich schwer. Sie kann sich nicht halten und stürzt sich ins türkisblaue Meer. Dieser Ort dürfte nicht existieren denke ich, zu surreal schön ist das pinke Abendlicht. Gelbe Schmetterlinge flattern, wie um das zu unterstreichen, um mich herum von allen Seiten. Es ist gleich Mitternacht, doch deine Straßen sind noch munter und wach. Und so schlendere ich unter dem Licht der Laternen durch die noch junge Sommernacht.

 

Zadar

 

Am nächsten Morgen breche ich auf nach Ugljan, der kleinen Insel, die vor deiner Küste ruht. Vom Boot aus geht es auf den Roller, an der Küste entlang durch menschenleere Straßen. Den Wind im Gesicht, die Freiheit in der Luft, der Duft von Pinien und das Salz vom Meer, die Haare zerzaust und die Füße voll Staub. In sengender Hitze den höchsten Hügel erklimmen, auf einsame Ruinen klettern, das Abenteuerherz kann sein Glück kaum fassen, doch es kann hier nicht bleiben, denn es will mehr und so fährt es hinunter zum einsamen Strand und taucht ab ins tiefblaue Meer.  Müde lieg ich im Schatten, nasche Obst aus dem Tante Emma Laden, kann nicht aufhören zu lachen, tiefenentspannt, alle Sorgen vergessen.

 

 

Zurück in Zadar, bei Sonnenuntergang. Bier, Pizza und gute Gespräche, es scheint, als hätten die Tage bei dir ein späteres Ende. Am nächsten Morgen ist die Sonne vergessen und der Regen spült die Hitze fort. Stunde um Stunde tanzen die Tropfen auf dem Asphalt, das Wasser kennt keinen Halt. Ich bin zu entspannt, um mich aufzuregen, ziehe lieber von Café zu Café im strömenden Regen. Kurz vor Sonnenuntergang bricht der Himmel auf, warme Sonnenstrahlen auf den gelben Häuserfassaden. Wie um das zu feiern, zieht eine Hochzeitsgesellschaft durch die Straßen. Die Musik spielt laut, es wird gesungen, getanzt und gelacht, Freude könnte nicht schöner aussehen, so viel Glück hab ich selten gesehen.

 

Zadar

 

Und dann, nur um ein wenig anzugeben, zauberst du wieder einen von diesen viel zu schönen Sonnenuntergängen und mir fällt es schwer zu gehen. Nur drei Tage war ich hier, doch manchmal können drei Tage eine halbe Ewigkeit sein, im besten Sinne. In so vielen Momenten verschlägt mir die Schönheit um mich die Stimme. Doch jetzt muss ich gehen, ohne Frage, Kroatien, du weißt wir werden uns wieder sehen.

Bis zum nächsten Mal,

Claudia

 

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