Ursachen von Angst

Angst ist keineswegs so schlecht, wie man ihr nachsagt. Im Gegenteil. Wenn du sie zum Verbündeten machst, kann du sie positiv für dich nutzen.

Das Problem?

Die Meisten von uns haben nie gelernt konstruktiv mit Angst umzugehen. Wir leben in einer Gesellschaft, die uns vorlebt, wie man vor Dingen die einem Angst machen wegläuft – und das möglichst schnell. Uns hat niemand das nötige Werkzeug an die Hand gegeben, um uns mit unseren Ängsten auseinanderzusetzen. Anstatt also die Angst positiv für uns zu nutzen, lassen wir uns von ihr kontrollieren wie eine Marionette.

Im Grunde ist Angst wie die Kontrollleuchte im Auto. Sie blinkt auf, sobald etwas kaputt ist. Angst macht sich immer dann bemerkbar, wenn in unserem Inneren etwas nicht stimmt. Wie die Kontrollleuchte im Auto, weist sie uns darauf hin, dass es etwas zu “reparieren” gibt. Doch anstatt es zu reparieren, ignorieren viele ihre Ängste lieber gekonnt.

Solange wir unsere Ängste nicht verstehen, bleibt sie eine unbekannte Größe X, die Macht über uns hat. Es ist wie früher im Matheuntericht, nur wer die Gleichung nach X auflösen kann, kann sie auch lösen. Deshalb ist es wichtig zu verstehen, wie unsere Ängste überhaupt entstehen.

Es wird mehrere Posts zum Thema Angst geben (hier geht es zu Teil 2). In diesem Post geht es um die Ursachen von Angst.

Angst kann viele verschiedene Formen annehmen und vielfältige Auslöser  haben. Nicht selten sind unsere Ängste eine Kombination von verschiedenen Ursachen. Hier nun einige Ausprägungen und Auslöser von Angst.

 

 

Wie entsteht Angst? Wann fühlen wir Angst?

 

Angst als Ergebnis eines Konfliktes zwischen Ego und Herz

Alles beginnt damit, dass dein Herz etwas will, sich nach etwas sehnt. Es möchte Jemandem unbedingt sagen “ich liebe dich”, es möchte kündigen und sich mit seiner Leidenschaft selbständig machen oder es möchte die Koffer packen und die Welt bereisen oder oder oder.

Soweit so gut, das Herz ist sich ganz sicher, es freut sich schon und will es unbedingt, bis zu dem Punkt, wo das Ego dazwischen grätscht. Das sieht dann ungefähr so aus:

1) das Herz sagt, ich will das! Ich muss das unbedingt versuchen und wenn es nicht klappt, werde ich daran wachsen. Ich kann damit umgehen hinzufallen. Ich will mir treu bleiben, also muss ich handeln, ich bin stark genug.

2) das Ego sagt, aber was wenn es schief geht? Wenn es nicht klappt?  Ich gehe daran kaputt!! Ich kann nicht damit umgehen, wenn…… dieser Satz lässt sich beliebig weiter führen. Zum Beispiel: „Ich kann nicht damit umgehen, wenn ich zurückgewiesen werde, wenn ich arm bin, wenn ich etwas nicht kann, wenn jemand meine Fehler entdeckt“.

Und so haben sich das Ego und das Herz in den Haaren, beide fürchten um ihrer Existenz, wenn der Andere gewinnt = Wir haben Angst

Urschen von Angst

Der Unterschied zwischen Zukunftsängsten und der Angst im Jetzt

Bei Ängsten kann unterschieden werden, zwischen einer Angst, die sich aufs Jetzt bezieht oder einer Angst die sich auf die Zukunft bezieht. Einer der wesentlichen Unterschiede zwischen diesen beiden Ängsten ist, ihre Überprüfbarkeit.

Die erste Angst kann mehr oder weniger sofort durch das eigene Handeln überprüft werden z.B : Du möchtest kündigen, traust dich aber nicht. Du hast die Macht diese Angst unmittelbar auf Wahrheit zu überprüfen, indem du kündigst (ob du den Mut dafür hast, ist eine andere Frage). So siehst du, ob sich deine Angst bewahrheitet.

Zukunftsängste hingegen, kannst du nicht sofort überprüfen. Ein Beispiel: Du hast Angst, nie den richtigen Partner zu finden. Diesen Gedanken kannst du nicht sofort ohne weiteres prüfen. Wenn es also darum geht, die Angst für dich zu nutzen, sie zu deinem Verbündeten zu machen und sie am Ende ganz loszulassen, verlangt es bei unterschiedlichen Ängsten, auch unterschiedliche Vorgehensweisen. Aber dazu mehr im nächsten Post.

Zukunftsangst

Verstehen, was hinter Zukunftsangst steckt und welchen Denkfehler wir diesbezüglich immer wieder machen.

Die Zukunftsangst hat ihren Ursprung i.d.R in unserer Vergangenheit. Unser jetziges Ich hat bestimmte Dinge, die ihm passiert sind noch nicht verarbeitet und spiegelt diese in die Zukunft = Zukunftsangst.

Zukunftsängste lassen uns oft mit einem Gefühl von Machtlosigkeit zurück. Denn wir sind überzeugt, dass das, wovor wir uns fürchten, eintreffen wird. Wir werden bestimmt wieder nicht die Gehaltserhöhung bekommen oder wir werden niemals das Leben führen können, was wir uns erträumen oder oder….
Wir glauben im JETZT an diesem zukünftigen Ereignis nichts ändern zu können.  Und genau hier begehen wir einen massiven Denkfehler. Denn wir glauben, dass die Vergangenheit und in gewissem Maße auch die Zukunft, unveränderlich sind.

Jetzt wirst du sagen, die Vergangenheit ist doch bereits geschehen, natürlich ist sie unveränderlich! Doch wenn du genau hinschaust, siehst du, das dein jetziges Ich die Vergangenheit und die Zukunft verändert und zwar ständig!

Stell dir vor, du hast viele glückliche Erinnerungen, die deinen Partner und dich betreffen. Dann trennt ihr euch. Die Erinnerungen an die gemeinsame Zeit scheinen plötzlich auch anders. Erinnerungen die einst nur glücklich waren, rufen vielleicht plötzlich Wut, Trauer oder Verzweiflung hervor. Und wenn du die Trennung eines Tages ganz verarbeitest hast,  fühlen sich die Erinnerungen an die gemeinsame Zeit wahrscheinlich wieder gut an. Im Grunde sind unser Gefühle und Gedanken, welche unsere Erinnerungen betreffen, ständig in Bewegung. Und dafür ist unser gegenwärtiges Ich verantwortlich

Das heißt nichts anderes, als dass unsere Zukunft und Vergangenheit im JETZT stattfindet.

Wir erschaffen sie immer wieder neu und zwar genau jetzt. Wir betrachten sie gerne als unveränderlich, was je nach Situation zu Glücksgefühlen oder Panik führt. Fakt ist jedoch unser jetziges Ich, der Mensch, der wir in diesem Moment sind, verändert die Vergangenheit und die Zukunft und zwar ununterbrochen. Die Kontrolle über das, was vor und hinter uns liegt, liegt im JETZT.  Unser Denken Fühlen und Handeln in diesem Moment, beeinflusst gleichzeitig unsere Vergangenheit und Zukunft.

Also stell dir die Frage, was aus deiner Vergangenheit wirkt sich negativ auf dein Zukunftsdenken aus? Was kannst du jetzt tun, um Frieden mit diesem Aspekt deiner Vergangenheit zu schließen?

Wir neigen dazu uns als Produkt unserer Vergangenheit zu sehen. 2+2=4 als hätten wir keine Wahl, keine Entscheidungsfreiheit darüber, wie sich unsere Vergangenheit auf uns auswirkt. Als wären wir ein passiver Zuschauer unseres Lebens. Es gibt Millionen Menschen, denen die selben guten oder schlechten Dinge widerfahren und doch werden diese Menschen nicht alle gleich. Denn jeder von ihnen entscheidet individuell über seine Gedanken und Handlungen bzgl. der Ereignisse.

 

Angst als das Produkt einer Illusion des Mangels

Die Annahme des Mangels ist ein Grundstein, auf dem viele Ängste ihre Häuser bauen. Ich glaube, wir alle kennen das. Auch ich habe mich schon dabei erwischt, wie ich dachte, ich bin nicht mutig genug, etwas Bestimmtes zu tun. Also habe ich es nicht getan. Bis irgendwann der Tag kam, an dem ich mich überwunden habe, an dem ich Mut bewiesen habe und es doch getan habe. Was hat sich zwischen damals und diesem Moment geändert? Früher hatte ich ein Mangeldenken zu einem bestimmten Thema manifestiert, a la „ ich kann nicht damit umgehen, wenn ich handle und meine Angst sich bewahrheitet“. Irgendwann habe ich diesen Gedanken ersetzt. Ich hatte das Selbstvertrauen und den Glauben daran, dass egal was passiert, ich würde damit umgehen können. Und plötzlich war es so viel einfacher mutig zu sein, weil ich den Mangelgedanken aufgegeben habe.

Menschen wünschen sich oft etwas, weil sie glauben, es mangle ihnen daran. Bewusst oder unterbewusst glauben viele, nicht genug zu sein, etwas nicht verdient zu haben, es nicht wert zu sein etc..  Kurz gesagt, wir glauben es mangelt uns an den Dingen, die wir brauchen, um das Leben zu führen, was wir uns wünschen. Daraus gehen Ängste hervor.
Vielleicht fürchtet sich jemand davor, dass sich der Partner von einem trennt, wenn er herausfindet, dass man nicht genug ist. Das absurde dabei, solche Ängste werden nicht selten wahr. Nicht weil wir nicht gut genug sind, sondern weil wir durch unseren Glauben nicht gut genug zu sein, die Situation unbewusst so manipulieren, dass wir unseren eigenen Glaubenssatz bestätigt sehen. Oder alternativ sind wir es, die mit dem Partner Schluss machen, nur damit er nicht mit uns Schluss machen kann. So müssen wir uns nicht mit dem Gedanken auseinandersetzten müssen „nicht gut genug zu sein“.

Im Grunde sind es also negative Glaubenssätze, mit denen wir uns das Leben selbst schwer machen. Um solche loszuwerden bzw. abzuändern gibt es unzählige Tipps. Doch nicht selten scheitern wir bei ihrer Anwendung. Zum Beispiel werden uns immer wieder Affirmationen ans Herz gelegt. Bei einer Affirmation wiederholen wir gedanklich Sätze, die wir manifestieren wollen, wie „Ich bin mutig“. Es gibt Menschen, die diese Affirmationen aufsagen, sich aber selbst nicht glauben, was sie da sagen und nur noch frustrierter werden.  Sie sind sozusagen fest überzeugt, dass sie diesen Mut nicht besitzen.

Mangel ist also die Überzeugung, etwas nicht zu besitzen. Wer Probleme durch Mangeldenken erschafft, kann sie nicht durch Mangeldenken beseitigen. Denn wie Albert Einstein so schön feststellte:

We cannot solve our problems with the same thinking we used when we created them.

 

Eine Möglichkeit aus dem Mangeldenken auszubrechen, ist der Perspektivwechsel.

Mangeldenken ist im Grunde eine Art Erinnerungslücke.  Denn deine Seele weiß ganz instinktiv, dass du stark genug bist, dass du genug bist, dass du es wert bist etc.. Dein Kopf hat nur zurzeit keinen Zugang zu diesem Wissen und zu diesem Gefühl.
Das was du suchst existiert also bereits, nur im Augenblick ist der Weg dorthin verschüttet. Du besitzt also bereits das, was du dir wünscht. Wie bei einem eingestürzten Tunnel, ist der Weg nur zurzeit nicht frei. Es gilt also den Zugang wieder herzustellen. Wie das aussehen kann, dazu mehr im nächsten Post.

 

Das Unbekannte als Grundlage von Angst

Eine der wichtigsten Grundlagen von Angst ist das Unbekannte. Angst stärkt sich und wächst aufgrund der Tatsache, dass uns Wissen fehlt. Wir wissen nicht, wie XY reagieren wird, wenn wir ihm unsere Gefühle mitteilen. Wir wissen nicht, ob wir in der Lage sind mit einem schweren Rückschlag umzugehen, wir wissen nicht, was passieren wird wenn…

In dieser Lücke des Nichtwissens, im Unbekannten lebt die Angst. Wir fantasieren uns zusammen, was passieren würde “wenn…” und handeln dann oft nicht, weil wir fürchten, dass die Dinge nicht positiv ausgehen.

Wie du mit dem Unbekannten umgehen kannst, damit deine Angst es nicht mehr für sich nutzt, auch dazu mehr im nächsten Post.

 

Wenn du Teil 2 nicht verpassen willst, dann abonniere meinen Newsletter oder folge mir auf facebook.

Ein Post der dir gefallen könnte: Glück ist eine Form von Mut

Hinweis: Hier soll es NICHT um überlebenswichtige Ängste gehen, die uns beispielsweise davon abhalten, gefährlichen Tieren zu nahe zu kommen oder uns vor heiklen Situationen warnt. Hier geht es um Ängste, die uns unnötig im Weg stehen und uns davon abhalten, das Leben zu leben, was uns wirklich glücklich macht.